Historische Gebäude


Liebiegstadt

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Erstellt:20.11.2014 | Aktualisiert:27.11.2017

Adresse:náměstí Pod BranouLiberec, 460 01GPS:50°45'38.7''N; 15°03'51.3''E[Karte]
Diese in unmittelbarer Nähe der Fabrik erbaute Arbeitersiedlung entstand Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein.

Diese in unmittelbarer Nähe der Fabrik erbaute Arbeitersiedlung entstand Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein. Sie stellt das intakt bewahrte Paradebeispiel einer planmäßigen erbauten Werksiedlung nach dem Prinzip der sog. Gartenstädte dar. Außergewöhnlich ist vor allem, wie sensibel sie in eine verhältnismäßig dramatische Naturszenerie einkomponiert ist, die sie mit ihrem Charakter auf passende Weise ergänzt, wodurch ein malerisches Ganzes entsteht. 

Erster Akt zur Bewältigung der Wohnungsfrage für die Arbeiter war die Errichtung eines Cottage-Hauses in den Jahren 1853–1855 in der Svatoplukova ulice (heute größtenteils abgerissen). In dessen Nachbarschaft wurde in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts das sogenannte Vincentinum, eine soziale Einrichtung für Kinder errichtet; 1884–1888 kam dann noch die Kirche des hl. Vinzenz von Paul der Wiener Architekten Richard Jordan und Josef Schmalzhofer hinzu. In den Jahren 1906–1908 wurden nach Plänen von Ernst Schäfer weitere vier Wohnhäuser und eine Kinderkrippe im Baustil des geometrischen Jungendstils errichtet. 

Hauptautor und geistiger Vater des gesamten Komplexes war Jakob Schmeissner, dessen Entwürfe Richard Wojatschek aus dem Werksbaubüro in die Tat umsetzte. Den Kern der Bebauung bildet der in den Jahren 1911–1912 erbaute Platz Unter dem Tor/Pod Branou, samt seiner natürlichen Dominante – Haus (Nr. 440/IV ) mit Türmchen. Die Häuser am Platz dienten nicht allein zum Wohnen, sondern beinhalteten auch für die notwendige kommunale Infrastruktur. 

Im Erdgeschoss der Häuser mit Laubengang gab es kleine Läden und das Gasthaus ‚Zur Stadt Braunau/U města Broumova‘ lud zur Einkehr ein. Außerdem wurden im Rahmen der Wohnsiedlung eine Mädchenschule (Nr. 455/IV ) und eine Herberge (Nr. 498/IV) gegründet. Eine autonome Häusergruppe bilden die drei Villen für höhere Angestellte ( Nr. 446/IV, 445/IV (568/IV), 436/IV), die der Reichenberger Architekt Oskar Rössler in den Jahren 1911­–1914 in der Klicperová ulice errichtete. Die Siedlung wuchs noch bis 1929 an. Bemerkenswert sind namentlich die Türen der einzelnen Objekte mit ihren kunstvollen Schnitzereien.

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