Geschichte


Geschichte der Stadt

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Erstellt:6.8.2010 | Aktualisiert:10.10.2019

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Eine erste urkundliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahre 1352. Erste namhafte Besitzer von Liberec/Reichenberg waren die Bibersteiner, welche die Friedländer Herrschaft im Jahre 1278 Přemysl Otakar II. abkauften. Nach dem Aussterben der Bibersteiner erwarb 1558 die Familie von Redern die Friedländer Herrschaft samt Liberec/Reichenberg und trug auf maßgebliche Weise zum Aufschwung der Stadt bei (u.a. durch den Bau von Steinbauten – Kirche des Hl. Antonius, Schloss, Brauhaus, ursprüngliches Rathaus sowie durch die Gründung der Tuchmacherzunft). 1577 erhob Kaiser Rudolf II. Liberec/Reichenberg dann zur Stadt, samt Recht auf Siegel und Stadtwappen sowie auf zwei Jahrmärkte pro Jahr. 1620 verließen die Redern die Friedländer Herrschaft. Später (1622) ging die Verwaltung der Herrschaft an den berühmten Generalissimus Herzog Albrecht von Waldstein bzw. Wallenstein über und nach dessen Tod im Jahre 1634 auf die italienische Adelsfamilie der Gallas (der späteren Clam-Gallas).

Trotz des Krieges von 1757 zwischen den Truppen der Kaiserin Maria Theresia und den Preußen setzte die Stadt ihre wirtschaftliche Blüte fort, das 19. Jahrhundert stand bereits völlig im Zeichen der erblühenden Textilindustrie. 1818 kam Johann Liebieg als einfacher Geselle nach Reichenberg, aber dank seines enormen Fleißes und Geschäftssinnes stieg die von ihm gegründete Firma zum Textilgiganten auf, die Liberec/Reichenberg zum Mittelpunkt der Textilindustrie von ganz Österreich-Ungarn werden ließ. Aber auch weitere Mitglieder der Familie Liebieg hinterließen in Liberec ihre unauslöschlichen Spuren (umfangreiche Kunstsammlungen, Neubauten, das erste Automobil in ganz Böhmen, usw.). Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die Industriestadt Liberec/ Reichenberg die menschenreichste Stadt Böhmens.

Der Beginn des 20. Jahrhunderts war zweifelsohne das ‚Goldene Zeitalter‘ des alten Liberec. Dieser hoffnungsvollen Entwicklung von Liberec setzte der Zweite Weltkrieg ein jähes Ende. Nach Kriegsende wurde die Reichenberger Bevölkerung deutscher Abstammung nach Deutschland zwangsausgesiedelt, die nachfolgende kommunistische Gewaltherrschaft verursachte eine weitere Stagnation. Nach der ‚Wende‘ im Jahre 1989 kam es in Liberec zu einem grundsätzlichen industriellen Umschwung – seine berühmte Textilherstellung verschwand, stattdessen setzten sich die Automobilindustrie, aber auch völlig neue Branchen, wie beispielsweise die Nanotechnologie durch. Die ganze Stadt wurde von dynamischen Veränderungen erfasst – neue Gebäude wurden errichtet, eine neue Infrastruktur wurde geschaffen, auch kam es zur erfolgreichen Sanierung und Rekonstruktion historischer Bauwerke.